Ihr seid zu zweit oder zu dritt und wollt gemeinsam ein Geschäft starten, ohne großen bürokratischen Aufwand? Dann ist die GbR oft der schnellste und günstigste Weg. Schon ein gemeinsames Ziel und ein Handschlag genügen rein rechtlich, um loszulegen. Hier erfährst du, wie die Gründung abläuft, was in den Gesellschaftsvertrag gehört, welche Kosten anfallen und warum du seit 2024 über die eingetragene GbR nachdenken solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Die GbR ist die einfachste Rechtsform für mindestens zwei Gründer und braucht kein Mindestkapital.
- Sie entsteht formlos, ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag ist aber dringend zu empfehlen.
- Die Gesellschafter haften persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.
- Seit 2024 gibt es durch das MoPeG die eingetragene GbR (eGbR) mit Eintrag im Gesellschaftsregister.
- Die Gründungskosten sind gering und beschränken sich oft auf die Gewerbeanmeldung.
Was ist eine GbR?
Die GbR ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts und im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Sie entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen. Genau das macht sie zur beliebtesten Rechtsform für kleine Teams und gemeinsame Projekte.
Du brauchst kein Mindestkapital und keinen Notar, um zu starten. Schon eine mündliche Absprache reicht rechtlich aus, auch wenn das in der Praxis riskant ist. Die GbR eignet sich für Handwerker-Teams, Agenturen, Praxisgemeinschaften oder zwei Freunde, die zusammen ein Café aufmachen.
Wichtig zu wissen ist, dass die GbR nur für Kleingewerbe und freiberufliche Zusammenschlüsse gedacht ist. Sobald das Geschäft einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Betrieb erfordert, wird in der Regel eine andere Rechtsform wie die OHG nötig.
Für wen eignet sich die GbR?
Die GbR passt immer dann gut, wenn mehrere Personen mit überschaubarem Risiko und wenig Startkapital gemeinsam loslegen wollen. Sie ist unkompliziert, schnell gegründet und verursacht kaum laufende Kosten.
Weniger geeignet ist sie, wenn ein hohes Haftungsrisiko im Spiel ist. Da jeder Gesellschafter mit dem privaten Vermögen einsteht, kann ein einzelner Fehler teuer werden. Wer das vermeiden will, sollte eher über eine haftungsbeschränkte Form nachdenken.
GbR gründen in 5 Schritten
Der Weg zur eigenen GbR ist kurz. Die meiste Sorgfalt steckt nicht im Papierkram, sondern in einer klaren Absprache zwischen den Partnern.
- Partner und Geschäftsidee festlegen. Klärt, wer mitmacht und was ihr gemeinsam erreichen wollt. Ein gemeinsamer Businessplan schafft hier von Anfang an Klarheit.
- Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Auch wenn er nicht vorgeschrieben ist, regelt er die wichtigsten Punkte und beugt späterem Streit vor.
- Gewerbe anmelden oder Finanzamt informieren. Bei einem Gewerbe meldet ihr dieses beim Gewerbeamt an. Freiberufler melden sich direkt beim Finanzamt.
- Über eine eGbR-Eintragung entscheiden. Prüft, ob eine Eintragung ins Gesellschaftsregister sinnvoll oder sogar nötig ist.
- Gemeinsames Geschäftskonto eröffnen. Ein eigenes Konto trennt Geschäftliches sauber vom Privaten und erleichtert die Buchhaltung.
Der Gesellschaftsvertrag: das gehört hinein
Ein guter Vertrag ist die Lebensversicherung jeder GbR. Er klingt nach Bürokratie, erspart aber im Ernstfall viel Ärger. Diese Punkte solltest du unbedingt regeln.
- Name und Zweck der Gesellschaft sowie der Sitz.
- Einlagen jedes Gesellschafters, ob Geld, Arbeitskraft oder Sachwerte.
- Gewinn- und Verlustverteilung zwischen den Partnern.
- Geschäftsführung und Vertretung, also wer welche Entscheidungen treffen darf.
- Regeln für den Ausstieg, etwa was passiert, wenn ein Partner gehen will oder neue dazukommen.

GbR oder eGbR? Die MoPeG-Neuerung seit 2024
Seit dem 1. Januar 2024 ist das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts, kurz MoPeG, in Kraft. Damit gibt es die Möglichkeit, eine GbR ins neue Gesellschaftsregister eintragen zu lassen. Aus der GbR wird dann eine eingetragene GbR, kurz eGbR.
Die Eintragung ist grundsätzlich freiwillig. Sie wird aber zur Pflicht, wenn die Gesellschaft Rechte erwerben will, die selbst in ein Register eingetragen werden, etwa ein Grundstück im Grundbuch oder Anteile an einer GmbH. Wer so etwas plant, kommt um die eGbR meist nicht herum. Die Anmeldung zur Eintragung läuft über einen Notar.
Ein weiterer Punkt betrifft das Ausscheiden von Gesellschaftern. Wer aus einer eGbR austritt, haftet in der Regel noch bis zu fünf Jahre für die Altschulden, die vor dem Austritt entstanden sind. Diese Nachhaftung solltest du kennen, bevor du dich beteiligst oder wieder aussteigst.
Haftung in der GbR
Die Haftung ist der wichtigste Punkt, den du vor der Gründung verstehen musst. In der GbR haften alle Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass ein Gläubiger sich auch das gesamte Geld von einem einzelnen Partner holen kann, selbst wenn ein anderer den Schaden verursacht hat.
Im Unterschied zur UG oder GmbH gibt es also keinen Schutz des Privatvermögens. Wer dieses Risiko begrenzen will, sollte die Wahl der Rechtsform sorgfältig abwägen und im Zweifel rechtlichen Rat einholen. Eine gute Geschäftshaftpflicht kann zumindest typische Risiken abfedern.
Kosten und Steuern bei der GbR
Finanziell ist die GbR eine der günstigsten Rechtsformen überhaupt. Diese Punkte solltest du einplanen.
- Gewerbeanmeldung: meist zwischen 20 und 60 Euro pro Gesellschafter, je nach Gemeinde.
- Gesellschaftsvertrag: kostenlos, wenn ihr ihn selbst aufsetzt, oder ein Honorar, wenn ihr ihn rechtlich prüfen lasst.
- eGbR-Eintragung: zusätzliche Notar- und Registerkosten, falls ihr euch dafür entscheidet.
Steuerlich gilt die GbR als transparent. Sie selbst zahlt keine Einkommensteuer, stattdessen wird der Gewinn auf die Gesellschafter verteilt und von jedem persönlich versteuert. Betreibt ihr ein Gewerbe, fällt zusätzlich Gewerbesteuer an, wobei für Personengesellschaften in der Regel ein Freibetrag von 24.500 Euro auf den Gewerbeertrag gilt. Solange Umsatz und Gewinn unter den gesetzlichen Schwellen bleiben, reicht meist die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Die genaue steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Gesetze, Gebühren und Freibeträge können sich ändern. Lass deinen Gesellschaftsvertrag und deine Steuersituation am besten fachlich prüfen.
Vor- und Nachteile der GbR
Die GbR ist einfach, hat aber einen entscheidenden Haken bei der Haftung. Diese Übersicht hilft dir beim Abwägen.
👍 Vorteile
- Kein Mindestkapital nötig
- Schnelle und günstige Gründung
- Wenig Bürokratie und einfache Buchhaltung
- Ideal für kleine Teams und Projekte
👎 Nachteile
- Volle Haftung mit dem Privatvermögen
- Gesamtschuldnerische Haftung aller Partner
- Nur für kleinere Betriebe geeignet
- Streit ohne klaren Vertrag vorprogrammiert
Häufige Fehler bei der GbR-Gründung
Gerade weil die GbR so einfach ist, schleichen sich Fehler ein. Diese drei kosten am häufigsten Nerven.
- Kein schriftlicher Vertrag. Ein Handschlag fühlt sich vertrauensvoll an, lässt aber alle wichtigen Fragen offen. Setzt den Vertrag von Anfang an auf.
- Haftung unterschätzt. Viele übersehen, dass sie für Fehler der Partner mit dem eigenen Vermögen geradestehen.
- Finanzen vermischt. Ohne getrenntes Geschäftskonto wird die Buchhaltung schnell unübersichtlich und fehleranfällig.
Fazit
Die GbR ist die ideale Rechtsform, wenn mehrere Gründer schnell, günstig und unkompliziert starten wollen. Sie braucht kein Startkapital und kaum Bürokratie, was sie besonders für kleine Teams attraktiv macht. Der Preis dafür ist die volle persönliche Haftung, die du keinesfalls unterschätzen solltest. Mit einem sauberen Gesellschaftsvertrag, einem getrennten Konto und einem klaren Blick auf die neue eGbR-Option legst du ein solides Fundament. Wenn das Haftungsrisiko zu groß wird, lohnt sich der Vergleich mit einer haftungsbeschränkten Rechtsform.
Häufige Fragen zur GbR-Gründung
Wie viele Personen braucht eine GbR?
Mindestens zwei. Sobald sich zwei oder mehr Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen, kann eine GbR entstehen.
Braucht eine GbR einen Notar?
Für die normale GbR nicht. Erst wenn ihr euch als eingetragene GbR ins Gesellschaftsregister eintragen lasst, ist eine notarielle Anmeldung erforderlich.
Wie hoch ist das Startkapital für eine GbR?
Es gibt kein gesetzliches Mindestkapital. Ihr könnt theoretisch ohne Eigenkapital starten, solltet aber genug Geld für die ersten Ausgaben einplanen.
Wie haften die Gesellschafter einer GbR?
Persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. Jeder Partner haftet mit seinem Privatvermögen, auch für Verbindlichkeiten, die ein anderer verursacht hat.
Was ist der Unterschied zwischen GbR und eGbR?
Die eGbR ist eine GbR, die ins neue Gesellschaftsregister eingetragen wurde. Die Eintragung ist freiwillig, wird aber Pflicht, wenn die Gesellschaft etwa Grundstücke oder Gesellschaftsanteile erwerben will.
Welche Steuern zahlt eine GbR?
Die GbR selbst zahlt keine Einkommensteuer. Der Gewinn wird auf die Gesellschafter verteilt und von ihnen versteuert. Bei einem Gewerbe kommt die Gewerbesteuer hinzu, meist mit einem Freibetrag von 24.500 Euro.
