Wer sich selbstständig macht, wird zum ersten Mal selbst für seine Steuern verantwortlich. Das wirkt anfangs unübersichtlich, folgt aber klaren Regeln. Dieser Überblick zeigt dir, welche Steuern für Selbstständige und Freiberufler wichtig sind und worauf du achten solltest. Er ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Selbstständige sind vor allem Einkommensteuer und Umsatzsteuer relevant, für Gewerbetreibende zusätzlich die Gewerbesteuer.
- Freiberufler zahlen in der Regel keine Gewerbesteuer und ermitteln den Gewinn meist per einfacher Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
- Mit der Kleinunternehmerregelung kannst du unter bestimmten Umsatzgrenzen auf das Ausweisen von Umsatzsteuer verzichten.
- Das Finanzamt setzt nach dem ersten Jahr meist vierteljährliche Vorauszahlungen fest.
- Ordentliche Belege und eine saubere Buchhaltung sind die Grundlage jeder Steuererklärung.
Diese Steuern sind für Selbstständige wichtig
Welche Steuern anfallen, hängt davon ab, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist und wie hoch dein Umsatz ausfällt. Diese Übersicht ordnet die wichtigsten Steuerarten ein.
| Steuerart | Wen sie in der Regel betrifft |
|---|---|
| Einkommensteuer | alle Selbstständigen und Freiberufler auf ihren Gewinn |
| Umsatzsteuer | Selbstständige, sofern nicht die Kleinunternehmerregelung genutzt wird |
| Gewerbesteuer | in der Regel Gewerbetreibende, nicht aber Freiberufler |
| Lohnsteuer | nur wer Angestellte beschäftigt, für deren Löhne |
Einkommensteuer
Auf den Gewinn aus deiner Selbstständigkeit zahlst du Einkommensteuer. Den Gewinn ermittelst du in der Regel über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, bei der du Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellst. Wie viel Steuer anfällt, hängt von deinem gesamten zu versteuernden Einkommen und dem persönlichen Steuersatz ab.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
Grundsätzlich musst du auf deine Leistungen Umsatzsteuer ausweisen und ans Finanzamt abführen. Wer bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreitet, kann die Kleinunternehmerregelung nutzen und darauf verzichten. Das vereinfacht die Buchhaltung, schließt aber den Vorsteuerabzug aus. Ob sich das lohnt, hängt vom Einzelfall ab.

Gewerbesteuer
Gewerbetreibende zahlen ab einem bestimmten Gewinn zusätzlich Gewerbesteuer, deren Höhe vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde abhängt. Für natürliche Personen wird sie teils auf die Einkommensteuer angerechnet. Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Journalisten sind in der Regel von der Gewerbesteuer befreit.
Vorauszahlungen und Fristen
Nach deiner ersten Steuererklärung setzt das Finanzamt meist vierteljährliche Vorauszahlungen fest, die sich an deinem bisherigen Gewinn orientieren. Leg dafür laufend Geld zur Seite, damit dich keine Nachzahlung überrascht. Die genauen Fristen und Beträge stehen in deinem Steuerbescheid.
Tipp: Richte ein separates Konto für Steuern ein und überweise dorthin bei jeder Einnahme einen festen Anteil. So liegt das Geld für Vorauszahlungen und Nachzahlungen schon bereit.
Fazit
Für Selbstständige sind vor allem Einkommensteuer und Umsatzsteuer entscheidend, für Gewerbetreibende kommt die Gewerbesteuer hinzu. Wer seine Belege ordnet, die Kleinunternehmerregelung bewusst prüft und für Vorauszahlungen Geld zurücklegt, behält die Kontrolle. Weil die Details vom Einzelfall abhängen und sich Regeln ändern können, lohnt sich gerade am Anfang die Unterstützung durch eine Steuerberatung.
FAQ
Welche Steuern zahlt ein Freiberufler?
In der Regel Einkommensteuer auf den Gewinn und, sofern keine Kleinunternehmerregelung genutzt wird, Umsatzsteuer. Gewerbesteuer fällt für Freiberufler meist nicht an.
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Eine Vereinfachung, mit der du unter bestimmten Umsatzgrenzen keine Umsatzsteuer ausweisen musst. Im Gegenzug entfällt der Vorsteuerabzug.
Wie viel Geld sollte ich für Steuern zurücklegen?
Das hängt von Gewinn und Steuersatz ab. Viele Selbstständige legen vorsichtshalber einen Teil jeder Einnahme auf ein separates Konto. Eine genaue Einschätzung gibt die Steuerberatung.
Brauche ich einen Steuerberater?
Pflicht ist er nicht, aber gerade am Anfang oder bei komplexeren Fällen kann er Fehler vermeiden und Zeit sparen. Einfache Fälle lassen sich auch mit Steuersoftware bewältigen.
